Es gab mal eine lange Zeit der Gewissheit, dass ich nie wieder in die niederen Gefielde von DSDS wanken würde, weil der Beste aller Zeiten, der Mann, der wahre Größe in allen künstlerischen und menschlichen Aspekten zeigt, gewonnen hatte. Etwas Vergleichbares konnte nicht mehr passieren. Warum dann zuschauen? So ging dann die letzte Staffel auch unbeachtet an mir vorbei - ich dachte nur "Pah, wenn ihr wüsstet, wie weit unten ihr grundelt im Vergleich zu dem Mann, der mich in seinen Bann gezogen hat!" Ein bisschen war's eigentlich wie die Musicals, als T nicht mehr an der Schule war und stattdessen H aus meiner Parallelklasse die Hauptrolle sang. Er war ja nicht schlecht. Aber er war auch extrem ungeeignet, um angeschwärmt zu werden. Irgendwie schaffte er es, einen Peinlichkeitsknopf in meinem Bauch zu aktivieren. Na ja, egal.
Nun, trotz Godoj, vielleicht weil Thomas Godoj ohnehin keinen wackelnden Sockel zu befürchten hat und weil ich mit einer anderen Brille fernsehen kann, habe ich mich wieder verführen lassen. Die Inszenierung ist --- peinlich. Voice-over und Bilder sind --- peinlich. Aber so als Gesamtpaket, bei dem man sich sämtlicher Manipulationstechniken bewusst sein kann, ist es nicht uninteressant. Ich vermute, ich habe nun einmal zu oft zugesehen und werde vielleicht noch ein paar Mal reinschauen. Jetzt verbinde ich schon Namen und Gesichter. Grmpf. Das Schöne daran: Es ist mir herzlich egal, wer weiterkommt, wer gewinnt, was auch immer. Aber ich finde es berückend schön, gute Musiker zu hören und rauszuhören.
Mir ist schon glasklar, dass weder das größte Talent - außer es ist so außerirdisch groß wie bei TG - noch die sympathischste Persönlichkeit eine Garantie für einen Platz weit oben sind. Aber ich freu mich darüber, dass ich in meinen Entscheidungen eindeutig bin. (Wenn man ich ist, dann ist das ein riesiger Fortschritt! Super übrigens, wenn man das Beurteilen dann kann, wenn man es beruflich nicht mehr braucht. Na ja.)
Ich hab während des Na-ja-nicht-immer-Genusses notiert, wen ich herausragend fand, und, hmm, das waren nicht so viele. Wenn's nur nach Stimme/Musikalität/Talent ginge, hätte ich das Triumvirat ganz oben schon beisammen. Ja, richtig, Triumvirat. Diesmal sind nämlich keine herausragenden Frauen dabei. Seltsam. Es gibt wunderschöne Frauen - poa! möchte auch aussehen wie Ines oder Céline! - und es gibt liebe Frauen (nicht disjunkt!). Aber die besten Sänger sind Männer.
Meine Platzierungen:
1) Mehrzad
2) Menowin
3) Nelson
Dann die Vielleichts:
Kevin
Manuel
Gewinnen wird Mehrzad. Der war nicht umsonst auf Platz 15 von 15 gebucht. Dramaturgie.
When all's said and done: I don't really care at all. Mitfiebern is nich. Ist doch alles nur Geldmacherei, und die wirklich guten Musiker werden erfolgreiche Musiker, auch wenn sie da nicht weiterkommen. Hmm, wenn ich so recht überlege, werde ich vielleicht doch nicht weiter konsumieren. Die Inszenierungen der Brüste sind schon abgeschmackt.
Guildenstern - 14. Feb, 00:10
Manche leben ihr Leben in einer anderen Reihenfolge als die meisten. Ich glaube, das hat etwas mit der Angst zu tun. Und natürlich mit der Empfindsamkeit der Sensoren, mit denen man durchs Leben schwimmt und fliegt. Und sowieso noch mit der Liebe, die man von Anfang an erfährt, und auch mit dem Bild, das man von sich selbst hat. Aber irgendwie hat doch wieder alles mit der Angst zu tun. Und ist das nicht alles verwoben, gar untrennbar, wie in Filz? Filz ist ja eines der schönsten Materialien überhaupt, und Deeply Felt ein jaw-droppingly awe-inspiring Laden mit Namen nach meinem Geschmack, but that's beside the point. Man kann teilweise noch die einzelnen Fasern erkennen, aber sie zu trennen wäre ein Zerstörungskommando.
Es ist für mich nicht rational verständlich, wie manche der Angst viel mehr Platz geben als andere. Aber intuitiv habe ich verstanden, dass die Angst das Thema ist. Anatomie der Angst - schade, dass es noch ein Weilchen dauert, bis ich es in Händen halten kann.
Hin und wieder bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Englisch einstreue, als wäre es mein Dialekt. Sind ja nicht mal Anglizismen, ist ja veritables Englisch, das oft entlang des Wegs der Lektüre hängengeblieben ist. Zwei Persönlichkeiten, die doch eins sind? Oder eine Interferenz? Oder ein Zuordnungsproblem - Herzensdinge sind Englisch? Oder bloß Ungeduld - ich verwende jene Sprache zuerst, in der das Bild daherkommt, not bothering to find other words?
Rainhard Fendrich erntete (im Jahre Schnee) verbale Hiebe für sein Lied "Heidenangst". Angenehm unangenehm quer. Greift mit grober Hand in die Saiten im Bauch und zieht und zieht. Erkennt, erkannt.
Ich erkenne, was drei Lagen tiefer liegt. I did it for all the wrong reasons. Nein, teilweise. Das, was geblieben ist, bleibt wegen des richtigen Grundes, das, was ich tat, um unwissentlich meine unbekannte Angst zu besiegen, ist weg. Fleeting second: Wenn es "nie wieder" hieße, würde mein Leben auch weitergehen. Der Bauch nickt. Natürlich! (Wollen tu ich es nicht, aber es ist gut zu wissen, dass es mich nicht umbringen würde.)
Sogar an einem trüben Februartag ist die Stadt ganz mein Fall. Wenngleich ich auch praktisch stündlich damit rechne, dass mich Ernüchterung ereilt - die Zuneigung bleibt.
Guildenstern - 12. Feb, 22:10
Fremde vertraute Worte, die nach meiner Wahrheit klingen:
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
Guildenstern - 12. Feb, 00:02
Jetzt weiß ich. Aber es wird mein Wissen bleiben. Kein Geheimnis, das ich mit aller Macht verteidige, sondern einfach mein Wissen, das mich trägt. Ich weiß, und plötzlich ist es klar.
Guildenstern - 6. Feb, 01:55
Merke: Wenn man mit mir unterwegs ist, wird bisweilen gerannt. Es soll ja Menschen geben, deren Lauftempo meinem auf beinahe übernatürlich natürliche Weise gleicht. Dem Rest der Menschheit eile ich zu schnell.
Jahrelange Praxis hat mich zu einer Expertin in Sachen "Wie erwische ich das Transportmittel meiner Wahl möglichst knapp?" gemacht. Ja, man muss schon darauf achten, noch möglichst viele Minuten davor für etwas Sinnvolles nutzen zu können. Während andere schon rastlos herumzewerln - Gruß von den schönen Dialektwörtern: Ich soll mal wieder eines benutzen -, anmerken, sie seien doch schwanger und könnten bitteschön nur langsam trotten, nervös schauen und eine Bemerkung über meine "bewundernswerte Gelassenheit" fallenlassen, bin ich ruhig und im Plan. Schiefgehen darf dann halt nichts, sonst steh ich schon mal mit meinem Finger auf den Türknopf gepresst da und erreiche auch nach zehn Sekunden nicht, dass sich die Tür öffnet - da setzt sich der Zug nämlich in Bewegung. Aber solche Fälle sind vernachlässigbar.
Hin und wieder sind allein die Umstände am Rennen schuld, aber sie scheinen sich an mich zu heften.
Ein ruhiger Sonntagsausflug an den See? Vorher muss beim Umsteigen noch einmal um den ganzen Hauptbahnhof gerannt werden. Es geht um jede Sekunde, waghalsige Manöver um weniger von Zeitnot befallene Reisende entgehen oftmals nur knapp dem Schicksal eines Desasters. Trotzdem hat C genügend Muße, beim Laufen meine Kehrseite abzulichten.
Ein entspannter Wintertag in der Therme? Die letzte S-Bahn muss aber sein, und so eilen wir im Laufschritt zum Bahnhof, wo wir keine Sekunde - na ja, eine Minute - zu früh eintreffen. Da wär ja noch was gegangen!
Ein schöner Abend im Kabarett, bei dem man alles um sich herum vergisst? Da muss man aber bitte doch ein bisschen früher rausgehen, um den Zug noch zu erwischen und um davor den Bus zum Zug noch zu bekommen. Quatsch, quatsch, quatsch - wir hetzen durch den Regenschneematsch.
I sog's glei: I woas net.
Guildenstern - 4. Feb, 01:02
Guildenstern - 30. Jan, 16:42
Meine vier Jahre Grundschule lang wunderte ich mich. Die Namensliste der Schüler bestand aus
Bub A
...
...
Bub Z
Mädchen A
...
...
Mädchen Z.
Im Rahmen der Ausbildung genoss ich einen Vormittag zum Thema Gender Mainstreaming. Er zerriss mich innerlich beinahe, wie meine gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen teilweise aus Hintvorderland waren. Ja, und die Frauen zum Teil noch schlimmer als die Männer. (Wer behauptet, Männer alleine hätten Emanzipation verhindert und würden dies tun, der verschließt die Augen vor der Wahrheit. Genauso viele Frauen erhalten den Status Quo, legen sich Änderungen in den Weg.) Ob man nun "FreundInnen" oder "Freunde" schreibe, ob man nun "Mein Vater ist Arzt und meine Mutter Krankenschwester." sagt oder "Mein Vater ist Krankenpfleger und meine Mutter Ärztin.", wenn man ein Bildungsvideo drehe, das wäre doch alles komplett egal. Es gäbe doch wahrlich Wichtigeres im Leben. Ladies and Gentlemen, I'm considering calling it a day. Das darf doch echt nicht sein! Das sind dieselben, die alles schwarz oder weiß sehen. In gewissem Sinne: Gratulation! Für den Beruf waren sie besser geeignet als ich. Aber genau diese Einstellung, dass es die Kleinigkeiten nicht wert seien, betrachtet zu werden, verhindert manchmal großen Fortschritt. Denn der passiert in den Köpfen nicht mit einem einzigen Schritt über den Himalaya. Ein Gebirge will in kleinen Schritten passiert werden. Das ist bei allen gesellschaftlichen Veränderungen so, nicht nur bei der Verbesserung der Gleichberechtigung. Bevor ich mich nun in Verästelungen verliere, nur ein Beispiel: 16-jährige Mädchen in einem Gymnasium in Deutschland, in einer Gegend, die man auf gut Englisch als well off bezeichnen würde (aber vielleicht nicht als tooootaaal progressiv), sollen gesagt haben - nicht zu mir, aber zu jemandem, der es mir weitergegeben hat -, dass sie eh nach der Ausbildung keinen Beruf ergreifen wollen würden, weil sie dann ja eh heiraten und Kinder kriegen wollen würden.
Und nun das:
Immer wieder taucht das Thema auf, und immer wieder gibt es Leute, die es nicht diskutieren wollen - denn eine Diskussion wäre ja legitim, über Änderungen darf gesprochen werden -, sondern die es als lächerlich und nichtig abtun. Mehr als nur schade. Andererseits: Da wartet einfach Arbeit.
Heimat bist du großer Söhne und Töchter.
Guildenstern - 27. Jan, 14:12
Vor diesem Song hab ich ein wenig Bammel. Es gibt zwar schon zu viele dieser Scheißmomente - und fast alle lassen sich auf "nichts dahinter" oder "na ja, is halt so, kannste nix machen" einkochen -, aber der "Mit besten Grüßen"-Moment ist halt doch noch immer was Besonderes. Wenngleich auch was besonders Schlechtes. Ja, gut, rational ist er komplett, völlig, total egal sozusagen, vor allem im Licht dessen, was seither passiert ist. Aber "rational" hat nicht immer den Ball in der Hand. Vielleicht hab ich ihn falsch interpretiert, aber wahrgenommen hab ich ihn definitiv. Als etwas Außergewöhnliches. Und meine Interpretation ist schon die Naheliegendste. (Sagt man andererseits immer.) Vor allem hat sich das Messer in meine Erinnerung eingebrannt, das sich in mein Herz stach, welches kurz davor noch euphorisiert "Wo der Pfeffer wächst" mitgesungen und -gehüpft hatte.
Sobald Klassenfahrt heraußen ist, werde ich mich natürlich an den Song wagen und irgendwann den tiefen Fall ins Messer auch begraben. Denn fairerweise hat das alles nichts mit dem Lied zu tun, sondern mit ein paar Worten und Gesten davor. Ach, "das Leben ist zu kurz für dumme Laberei"! I'm audi!
Guildenstern - 24. Jan, 20:19
So much can happen with a single "ping!". Or, in my case, something happens that is accompanied by a "ping!" in my heart that races my mood from top down to bottom at the speed of light.
This morning was the first morning I can recall in a million years that I felt everything at once: well, energized, in a good mood from good sleep in a good bed, happy that I instantly traced my spirits to last night's "self-talk", eager to go on with my projects, glad to have left yesterday's agonizing pains behind me, calm, looking forward to breakfast with company.
As the hours went by, what I had realized the night before became more and more of a truth: I am in motion. I used to be either totally consumed by their conversation, by understanding, by taking in, by grasping every little ounce of a thought or a feeling in the room - or drawn back in my shell because I had to recover. The travelling between the two proved exhausting to the point of impossible. Why? I'm not sure yet; maybe because I was too weak and needed too much power to reassure myself and be stable. Check people's faces for their reaction towards me and then update my view of myself. Utterly, utterly, utterly exhausting. It didn't always happen obviously, and boy did I not notice the process underneath!
Now I feel in motion, moving on, resting, going and --- comfortable. Maybe I have gotten the hang of my sensitivity. It's not dragging me down with the weight of everything I perceive anymore; it's my power now. (And it has only taken a little over five years since the naming of that quality that I have managed. Wow.)
I looked at one person that I used to be jealous of - subconsciously. Our relationship has been close, but there have always been a few unresolved things in my stomach. Now that I've figured out, all I see and all I feel when I look at her is love.
I looked at another person that I used to look at very carefully. Our relationship was one of love assumed and proven in deeds rather than words. Never questioned, yet never confirmed. I looked for feedback to fill the missing parts of the puzzle. I was hardly ever intuitive. Our relationship has changed, too. My view has changed. I see so much more of that person now. And when I look at him, it isn't hopefully, anticipatingly, scanning for confirmation, it's only with love.
And suddenly I am reminded of that wonderful, yet overused poem: "Es ist, was es ist, sagt die Liebe." There are some things that one can only understand later. In life. In love. I knew, understood, grasped many things when I was still very young. (My English teacher - even if she had never taught me anything else, I'd still have a very big place in my heart for her just for that - once addressed a problem she read from my face. I only told her half of it because, as almost always, I was afraid that if I said everything, I'd be cast off for the abysses in my soul. What she instantly understood, though, was the fact that I felt like a fish out of water in my environment because no one else had that sensitivity or saw what I saw.) But there are some things one cannot understand unless one has lived through certain experiences. And, no, I did not ask for the living hell of more or less two years and the nightmare of four years. Neither did I ask for the emotional baggage that has so often gotten in the way of men - the ones who were there but decided to leave, the ones who passed in the distance, the ones who stopped by for a visit but then took a run. And the ones I may have missed. But all of that has taught me something, has molded me into the woman I am, has added to the life within me, has given me the chance to change something, to grow, to do.
Opening one suitcase after the other, putting a label on each, is more challenging - "I don't have a suitcase!" - and more fun - that tingling in my stomach when I know that I know!! - than I had imagined. It is also surprising because a thought might strike me out of the blue when, for example, all I wanted to do was look at postcards.
One of the best things is that I'm not sitting down, resting on my insights. Life is best when it's lived.
Today pretty much kept the morning's character. Some "lone" time at the back of the car, exercising my mind while scanning licence plates of cars overtaking. Following the situation playing out in my head, I experienced again the relaxing power of thinking. Lone time on the train with music taking me to one of my favorite situations and evoking again the exhilarating atmosphere of up there.
Excitement at going on with my projects. Then something happened that snapped me back into a mode of feeling I thought long gone. It appears I had considered myself too superhuman. Worry, worry, worry. There are about 21,813 reasons to worry. Or are there 265,892? Then there's one thought (but a thought may take long to digest and arrive at the place that houses the worries): What will worrying ever give me? (Afterthought: What has happened to my belief that something good will happen? And to my trust in life?) Answer: Nothing. Well, except some time spent in agony. Mission therefore: Stop worrying! Get back to doing my thing, working on my projects, living my life - being in motion!
I guess I'm still digesting, but I'm not at rock bottom anymore. More help is coming from the back of my mind. Images. Of a child completely in rapture at learning about the world. Of someone lovingly stroking the child inside her belly. Of someone laughing her head off. Of seeing someone differently after adding the adult's knowledge to childhood memories.
And there are the things I've understood more than once. People sing about them in songs, and it seems so simple. Seems easy for every teenager to understand. Then you grow to be twenty, and you suddenly see there's more to it. Then you grow to be thirty, and you see there's even more. (And it doesn't only happen on birthdays once a decade.)
Fading in...
...honesty is such a lonely word, everyone is so untrue...
...you can't hurry love, no, you just have to wait...
...I wanna know, can you show me, I wanna know about the strangers like me...
...when you love someone but it goes to waste...
...you can change your life more than any man can do...
...there's a secret garden she hides...
...princess, you might like it, if you lower your defense...
Fading out...
One of the best songs ever, music AND lyrics, and one that hit me instantly. Maybe I'll understand it again and again and again:
Some walls are made of stone
Sometimes we build our own
Some walls stand for years
And some wash away with tears
(Peter, Paul & Mary)
Guildenstern - 24. Jan, 18:14
Horrible dread is filling me. Zuerst fühlte ich mich vom Thema angesprochen und dachte, warum nicht spontan sein und zusagen? Und wer weiß, was daraus wird? Aber ich traue ja meiner Spontaneität nicht so gerne. Irgendwas war, was nachgehängt ist. Und nun hab ich seit ein paar Stunden das dumpfe, aber präsente Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben. Etwas mehr Öffentlichkeit ist grundsätzlich nicht schlecht, wer weiß, ob da nicht etwas Gutes kommen kann. Aber es kann auch wer weiß was passieren, und dann lieg ich auf dem Präsentierteller. Oh, Mann...
Guildenstern - 21. Jan, 13:42
Erinnern kann ich mich nicht, wann meine Abneigung gegen Schmetterlinge begonnen hat. Irgendwann fand ich sie sicherlich mal schön. Vielleicht begann's, als ich die Übertragung entdeckte und die hässliche Motte im Schmetterling sah.
Vor ein paar Jahren teilte ich mir mit Amy das Stockbett im Sechsbettzimmer der Jugendherberge in der 94th Street. Wir unternahmen öfter etwas zusammen, und einmal zeigte sie mir stolz ihre Erwerbung, als sie die Straßen alleine durchkämmt hatte und ich mit Sam unterwegs gewesen war. Sie hatte ein Holzbrett gekauft, auf dem unter Glas zahlreiche echte, aber sehr, sehr tote Schmetterlinge aufgepinnt waren. Alle Nerven spielten verrückt, es rann mir kalt den Rücken runter, aber ich lächelte zu ihrer Begeisterung.
Vor einer Woche habe ich einen besonderen Schmetterling gesehen. Es war in jenem Workshop, der vielleicht ein großer Teil davon ist, dass sich und wie sich mein Leben ändert. Als ich die Utensilien betrachtete, um die auszusuchen, die ich für mein Bild wollte, sah ihn den ersten Schmetterling, der mir wieder gefiel. Er war zartgrün, leicht transparent. Sarah legte ihn in ihr Bild. Ich interpretierte dann: "Ich mag Schmetterlinge nicht. Aber er drückt Veränderung aus. Und der hier ist irgendwie gut." Aha, vielleicht hab ich da mehr gesagt, als ich gesagt habe.
32 Jahre lang hab ich mich zurückgehalten, doch jetzt ist der Deckel über meinem Licht weg. Shine.
Guildenstern - 21. Jan, 01:21