Ich würde auf keinen Fall gerne wieder fünfzehn, sechzehn, siebzehn sein. Nein, danke. Aber manches, was man damals, vor allem, als man noch viel jünger war, tun und lassen durfte, würde ich gerne wieder für mich beanspruchen. Ich hasse zwar diese Zeit jetzt - also, diesen speziellen Tag im Jänner - ungemein, aber ich bekomme auch Klarheit, die ich brauche.
Aufgerüttelt hat mich ein wenig eine Antwort auf einen Beitrag in einem Forum. Warum werden solche Leute wie ich überhaupt Lehrer? Tja, nach der ersten Sekunde der Verbarrikadierung und Verteidigung muss ich zugeben, damit kann ich mich ruhig auseinandersetzen. Und das dauert noch. Für jemanden, der nicht den Einblick in mein Leben hat, den ich habe, ist es nicht leicht nachvollziehbar.
Aufrütteln tut mich auch immer wieder in letzter Zeit, wenn ich etwas empfinde, wie ich es in meiner Kindheit empfunden habe. Meine Kindheit war unschuldig. Ich empfand vieles als schwierig und problematisch, aber ich fühlte mich im Großen und Ganzen wohl. Ich sehne mich nach diesem Gefühl zurück, dass es das Wichtigste auf der ganzen Welt ist, dass die metallene Teekanne auf dem Herd steht und man bald Tee aufgießen kann. Dass man am nächsten Tag aufstehen, mit der Straßenbahn zur Schule fahren und die vielen Interaktionen erleben kann, auch wenn man nur das Gefühl hat, wirklich dabei zu sein, weil man die Intelligenz besitzt. Aufgrund seiner Persönlichkeit oder seines Coolnessfaktors würde man sicher nie integriert sein - halt! War man integriert? Man hat schon damals gelernt, die Tussis nicht zu mögen, weil sie sich zehn Zentimeter überm Boden bewegten. Der Herr, dem ich nun im Radio lauschen darf, war schon damals anders. Aber jetzt haut er mich nicht mehr um. Viel zu unecht, viel zu nicht mehr der, an den ich mich erinnere.
And, by the way, is it just me or is Avril Lavigne "slightly" off-key at the end of her latest song?
Guildenstern - 28. Jan, 22:40
Momentan ganz viele Komplikationen. Es gibt auch sehr nette, freundliche Aussprachen. Alle Single-Fische dürfen momentan gewaltig flirten.
So ein Schmus!!!
:o)
Guildenstern - 27. Jan, 23:56
Man mag Holzbleistife, obwohl sie nicht so bequem zu handhaben sind wie Minenbleistifte. Doch für Holzbleistifte, die, anders, als man in Erinnerung hat, erstaunlich schnell stumpf werden, braucht man einen Spitzer. Diese simple Tätigkeit des Spitzens ist die Umweltsünde des Holzverbrauchs wert. Es klingt so schön nach Kindheit. (Außerdem, wer sagt einem denn, dass zur Herstellung der Plastikminenbleistifte nicht genauso umweltschädigend verfahren wird wie bei jener von Holzstiften?)
Man mag, vielmehr, man braucht Rituale. Anders als zu studentischen Zeiten, als es das Leben ausmachte, dass man sich keinem Plan unterwarf, braucht man das Zischen der Macchinetta auf dem Herd in der Früh, die zwölf Buchseiten vor dem Einschlafen und die paar Rituale dazwischen auch.
Man wird präziser. Man weiß viel genauer, was man mag und was nicht, und bei Letzterem wird man unglaublich schnell grantig oder gar hysterisch wütend. Man könnte das jetzt intolerant nennen, aber, ja, im Grunde ist man viel intoleranter. Es reichen Menschen, die sich beim Niesen keinen Zwang antun und die Bakterien halbkugelförmig verschleudern, Menschen, die in Bus und Bim telefonieren, als wäre niemand da oder Anwesende stocktaub, Menschen, die einem mit sanftem Druck den Einkaufswagen aufs Hinterteil schieben. Aber auch Menschen, die das Unheil und die Schuld immer bei anderen suchen, Menschen, die das auch ihren Kindern weitergeben, Menschen, die mit anderen unglaublich respektlos umgehen. Vielleicht ist man nicht wirklich intoleranter, vielleicht ist man einfach nicht mehr nur auf der Uni unterwegs, wo neben ein paar verlorenen RFS-Mitgliedern alle weltoffen sind.
Man geht gelassener damit um, dass man keinen Partner hat. Das mutet paradox an, wo doch alle immer mit der biologischen Uhr kommen. Doch das Alter, in dem man sich minderwertig fühlte, weil alle anderen schon geküsst oder sich jemandes anderes genannt hatten, ist längst vorbei. Man weiß jetzt, dass man selbst auch begehrt werden kann, aber man legt keinen Wert darauf, dass einen jeder begehrt. Man hat auch zur Genüge sämtliche Nachteile einer Partnerschaft erlebt - Zweifel, Betrogenwerden, Verlassenwerden, Eingeengtwerden, sich Auseinanderentwickeln -, um die Vorteile des Singledaseins zu schätzen. Man hat auch so manche schwierige Phase hinter sich, weil der Angebetete zwar der Traummann war, aber sehr vergeben und doch immer wieder im Wahrnehmungsbereich, oder weil er zwar der Traummann war (in irgendeinem Gehirngespinsteckchen, das nicht mal mehr ich kenne), aber sehr on/off. Aber durch diese Schwierigkeiten hat man viel (über sich und seine Vorstellungen) gelernt. Wenn er jetzt kommt, erkenne ich ihn.
An der Flut der Dinge, die man mal für nötig gehalten hat, die aber zur Hälfte für den Gebrauch einmal pro Jahr ansonsten im Schrank lagern.
An der Masse an CDs, die man angehäuft hat. Um finanziell ein bisschen besser dazustehen, überlegt man, manches davon zu verkaufen, doch da bemerkt man, dass man nicht mehr als zehn CDs hat, die man verkaufen möchte. Man hat ja einen guten Geschmack, und den hat man schon lange. (Gut, und die Irrungen wie Maria Carey wurden schon mal bei einem früheren Putz entsorgt.)
Wenn der kleine Bruder so alt ist, wie man selbst war, als man sich im richten Alter fühlte. Dass der Bruder oder die Schwester verheiratet ist, trägt seltsamerweise nicht zum Älterwerden oder sich Älterfühlen bei. (Siehe oben.)
Und wie man manchmal merkt, dass man lange von etwas sehr Geliebtem weg ist? Im Radio wird die neue Version von "The Girl Is Mine" von Michael Jackson und will.i.am gespielt, und während das Wunder auf einen niederregnet, will man die mit absoluter Sicherheit dazu bereits existierende Jazzdance-Choreographie von Chr. tanzen!!
Guildenstern - 27. Jan, 20:38
Es ist soweit, ich bin an jenem Punkt, wo ich die Erkenntnis fröhlich kichernd, ohne irgendeinen Groll zur Kenntnis nehme: So, wie einfach die Mehrheit aller Menschen einen Klescher hat, trifft man auch unter den Schülern auf unglaubliche Exemplare. Tja, es gibt sie zwar auch, die unglaublich intelligenten, die unglaublich tollen, die unglaublich sympathischen, aber hier und jetzt meine ich die unglaulich bescheuerten. Sollte ich mich jemals gefragt haben, wie es wohl ist, die höhen Töchterchen am Starnbergersee oder im Schottengymnasium zu unterrichten, bekomme ich drei Mal in der Woche eine Ahnung davon. Ich überlege, ob ich mir ihretwegen einen anderen Künstlernamen zulegen soll. Das wäre ihr allerdings zuviel Macht zugestanden. Mann, oh, Mann, dieses fünfzehnjährige jammerläppliche Biest ist einfach unbegreiflich. Wie schön, wenn man in seinen Ich-mache-die-ganze-Welt-zu-einem-freundlichen-Ort-Phantasien mal wieder eingebremst wird und sich eingestehen muss, dass manche Tussis, Trullas, Truschen und Dumpfbacken immer ebensolche bleiben werden. Zumindest solange, wie man sich in einem Klassenzimmer gegenüberstehen muss. Wahrscheinlich noch viel, viel länger.
Beim nächsten Mal sehe ich nicht mehr Blondi, sondern nur noch eine Vogelscheuche vor mir. Can't touch me.
Guildenstern - 25. Jan, 17:17
Liebes preissheiss!
Ich finde es soo schade, dass ich Heidi, der ich dieses wunderbar tolle Einladungsemail zu verdanken habe, noch nicht kennen gelernt habe, obwohl sie mir doch so wohlgesinnt ist. Oder bist etwa du, lieber preissheiss, diese Heidi und willst nur nicht die Lorbeeren einheimsen? Bescheidener Schlingel, du!
Vielen Dank jedenfalls, denn in dieser kalten und egoistischen Welt sind so Leute wie du, die einem einfach aus Gutherzigkeit etwas Tolles schenken wollen, ohne dafür etwas zu bekommen, so selten. Danke, dass es dich gibt!
Deine heisspreissin
preisheiss@preisheiss.de schrieb:
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> Heidi hat dir eine Einladung geschickt
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> Hallo C,
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> Du musst jemand besonderes sein, denn dein Freund hat dich gerade eingeladen, KOSTENLOS an einem Wettbewerb teilzunehmen. Gehe zur Prizeheat Website, um zu sehen, warum Heidi diese Seite für besonders gut hält, wenn es um Gewinne geht!
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Guildenstern - 24. Jan, 19:09
On my ongoing quest for what I want in life and from a man, I have once again stumbled across the genius of Eddie Izzard. Although, I am not actually speaking of his wit, which probably comes across in his face, too, but I am speaking of his gorgeous looks. Yeah, I know, of all the men potentially on GQ's "sexiest whatever list" I couldn't think of a likelier candidate? No, Eddie Izzard is the man. Of course, also the man in drags, but I've never seen a man more like my blueprint of a man. Maybe the fact is not to be underestimated that he reminds me of my alltime favorite dance instructor, who is gay but still had me head over heels for him.
Mr.Izzard is f*ing gorgeous. And I vaguely remember watching All the Queen's Men with butterflies in my stomach.
Guildenstern - 23. Jan, 18:28
Attributes hardly anyone aims for. I tried bitter coffee with sour lemon juice and found the old advice to work: my headache is vanishing, though still there in traces.
Can anyone tell me a remedy for my ongoing panic-causing job trouble? Can anyone lend me the guts to just call it quits and never ever go there again?
Guildenstern - 22. Jan, 17:01
My favorite movie quote just popped up in my head as I was walking along the street. Made me smile inside.
"I have amazing insight. I'd use it on myself, except - I don't have any problems."
(Music And Lyrics)
Guildenstern - 22. Jan, 12:55
Nun ist sie allerdings jemand, der wahrscheinlich einmal mit Fug und Recht den Titel "Mein Kompass" annehmen können wird. Wie geht das, dass man auf einmal jemanden hat, der wie man selbst ist und doch nicht wie man selbst? Der, also die halt, die die Welt so sehr wie ich sieht und in vielem so, wie ich sie sehen können möchte? Ihr scheint das, was mir abhanden scheint, gegeben, erworben, da. Ich kann es von ihr lernen. Und wie ist es, dass sie auch die Geduld mit mir hat, dass ich bei diesen tollen Gesprächen anwesend sein kann?
P.S.: GENAU DAS wäre die Basis der Beziehung, die ich mir wünschte. Davon mal abgesehen, dass das jetzt eventuell diese beginnende Freundschaft abwertet, was es absolut nicht soll, soll dann zu dieser Basis noch ein in meinen Augen attraktiver Geist (Pleonasmus) in einem in meinen Augen attraktiver Körper kommen. (Ist das zuviel verlangt? *hysterischkreisch* *abwiegel, abwiegel*)
Guildenstern - 21. Jan, 20:41
Eigentlich, ja, eigentlich müsste er einem wurscht sein. Aber da hört es dann schon auf. Ein unbedeutendes Würstel ist er eigentlich, aber bei der Fernsehpräsenz, die ihm zugestanden wird, ist eine Replik unumgänglich.
Das Frauenbild, das Herr Richard Lugner hat und dann auch noch aussondert, ist verheerend, noch verheerender dann die Entschuldigungsversuche eines, der nicht begreift, dass sein Unterbewusstsein längst ausgesprochen hat, was sein Bewusstsein nie mehr wird kitten können. Die Dame an der Seite - die dort wie lange war ich nicht weiß, weil ich dazu die "Hai Sosajati" zu selten konsumiere - hat ja gerade noch die Kurve gekriegt, obwohl man ihr schon massive Geschmackstrübung zusprechen muss, dass sie es überhaupt bis in jenen Dunstkreis geschafft hatte.
Die Frau als Ding - "Da will ich was Liebes, was Nettes, was Braves" - Oder was auch immer es war, sächlich war es, nebensächlich nicht.
Der Einzige, der in der Öffentlichkeit die richtige Antwort auf ihn gefunden hat, nachdem er mit ihm konfrontiert wurde, ist Robert Palfrader (der mir kaiserlich ans Kabarettherz gewachsen ist, genial, genial!): "Herr Lugner, i pack Sie net!"
Guildenstern - 19. Jan, 19:03