Ich habe mir heute Nachmittag "Parental Control" auf MTV angesehen und war unfähig, wegzuschalten - nur in manchen Momenten drohte mein Mageninhalt nach oben zu wollen, da fand ich den Stummknopf. Dann wieder musste ich schallend lachen, was ich beim Fernsehen eigentlich nie muss. Diese Blödheit existiert tatsächlich. Es ist unglaublich, unfassbar, unbegreiflich. Zu nieder, um hier beschrieben zu werden, aber einfach unfassbar. Eine Viertelsekunde dachte ich: USA! Dann aber die innere Erwiderung: Nene, das gibt's schon in Deutschland genauso. Das ist ziemlich universell. Wahnsinn!
Guildenstern - 18. Dez, 22:52
Ich hab mich in Püppi verliebt. Sie hat mich mit schwarz-weißem Gesicht und auf drei Beinen angesehen, und nun muss ich sie haben. Sie wohnt bloß ein paarhundert Kilometer von mir entfernt. Aber sie ist eine Wohnungskatze! Und sie gehört irgendwie schon mir!
Guildenstern - 8. Dez, 23:26
A und ich in einem Aerosoles Store irgendwo beim Union Square. A probiert die Schuhe zum fünften Mal. Ich versuche meine seit Monaten eingespeicherte Müdigkeit an den Lederhocker unter mir abzugeben und gleichzeitig nicht unfreundlich desinteressiert zu sein. Da: ein Zauber! Was ist diese Musik? Wieso ist die Musik in allen Läden in New York wie anderswo nicht einmal eine gut aufgelegte Bar? Wie kann ich dieses Wunder jemals für ein Wiederhören konservieren? Genießen, überlegen. Auf deren Einzigartigkeit hoffend, präge ich mir die Textzeilen ein: "Say what you mean to say, say what you mean to say." Ich bin nahe dran. Weil ich im Urlaub geduldig bin und ohnehin auf die Entspannung zufahre, versuche ich es mir einfach ein paar Tage zu merken. Der nächste Besuch in der Public Library samt Internetzeit bringt es zutage: Thomas Godoj ist weiter. Ach ja, das auch. Und mein Lied ist von John Mayer. Another gem like no other. It's me. It's my song.
Guildenstern - 8. Dez, 23:18
Ich hab vor drei Tagen das erste Mal das Trinken von abgekochtem Wasser nach Ayurveda probiert. Ein Wunder, wie das schmeckt. Und besser fühl ich mich auch. Einbildung? Irrelevant. Ich mag's.
Guildenstern - 3. Dez, 20:25
... wenn du etwas über Egoismus wissen willst.
"Man soll nur so lange bei einer Sache bleiben, so lange man einen Vorteil aus ihr zieht."
Stimmt teils, teils nicht. Kommt auf die Sache an. Wenn man alles im Leben nach diesem Prinzip macht, geht die Menschheit vor die Hunde.
Guildenstern - 3. Dez, 19:01
A, I started this blog because of you, and I am writing this entry because of you. It's the first time in days that the fear inside me has melted. I can go to sleep and get some rest. I have digested it internally and in conversation with you. I feel that I'm on a way of sorts. I am strong enough and I have the support that I need when I'm weak. I'm not overenthusiastic, which could be hindering, anyway. I'm just confident that it won't be all that bad, that I can go through the bad and that I can find my way to the good. When I read your e-mail today I was reminded of our vacation this spring. This tiny little tension or row we had - what's that compared to the decades of friendship that have kept us together? Who am I to want perfection in you or me or our friendship? We're as good as it gets - and that way more than you could ask for. Sometimes there's not the right words to say what you feel - and one of those is now. Just let it be felt that the panic has floated off me, and that you're responsible for that. And, by the way, who would call someone across Europe and pay an incredible bill just for the phone? Only friends like you. Thank you for being there.
Guildenstern - 30. Nov, 21:51
I love getting up in the morning. I clap my hands and say, "This is gonna be a great day!!"
Jerry Maguire, of course
Guildenstern - 30. Nov, 21:50
Melancholie, ooh, Melancholie. Sonntagskonzert. Neu und üblich. Enttäuschung, weil im Programm stand: Text und Musik von Frank Sinatra und Ryan Adams. Da erwartete ich ein Medley, aber von Ryan Adams' genialem "New York, New York" war nix zu hören. Wer da recherchiert hat? Sonst: schön und mal weniger schön. Hat mich nicht immer so mitgerissen, wie ich erwartet hatte. Beim letzten Lied standen dann dreimal so viele Männer auf der Bühne, und da war's klar: Es hatte das Volumen, vor allem aber hatten Männer gefehlt. Frauenstimmen alleine oder im Überhang wirken schnell leer. Ich erinnere mich an meine schönste Chorerinnerung. Probe im Hörsaal und dann Aufführung auf der knappen Bühne, äh, Empore in der Kirche. Der Bass im Ohr, fähig, mir sämtliches Unglück der Welt für fünf Minuten wegzusingen, stattdessen nur Glück in meinen Adern fließen zu lassen. Ein Mann, der mich beeindrucken will, hat schon mal gute Startchancen, wenn er hinter mir oder schräg hinter mir steht und mir ins Ohr spricht oder eben besser singt. Es gibt beinahe nix Schöneres auf der Welt als einen Basslauf in meinem Ohr.
Tja, und ein wenig melancholisch bin ich auch deswegen, weil ich im Konzert sitzend an ihn denken musste. Auf einmal vermisste ich ihn doch ein wenig. Ich wollte neben ihm sitzen. Ist es immer so, dass man erst mal zur Ruhe kommen, etwas genießen und dabei dann draufkommen muss, dass man jemanden vermisst? Was hält mein Leben für mich bereit? Wenn ich in drei Wochen in sein Terrain einschneie und ihm vielleicht in den Massen über den Weg laufe, wird das etwas aufwärmen? Wird es peinlich? Wird es etwas beginnen? Vielleicht vermisse ich nur das Schöne im Leben, nicht bloß oder gar nicht ihn.
Nothing good comes easily. When will it come, though?
Guildenstern - 23. Nov, 19:50
Habe im Thalia meines Vertrauens ein Buch erstöbert und durchgeschmökert. (By the way, es gibt nicht viele Wörter, die schöner sind als "schmökern". Schmööööhööööökern!) Ich stehe nicht mehr zur Verfügung von Olaf Jacobsen. Man solle sich aus der Rolle, die man unbewusst gegenüber einem anderen angenommen hat, und aus den Gefühlen, die man stellvertretend für ihn hat, befreien. Die Idee klingt einleuchtend, ich werde sie morgen in den Klassenzimmern umzusetzen versuchen.
Guildenstern - 13. Nov, 19:09
Es ist so abgrundtief peinlich, anderen Menschen bei ihren alltäglichen Banalitäten zuzusehen. Wie sie ihre Gefühle wieder und wieder und wieder artikulieren, nur weil die Kamera noch ein Weilchen zögert. Wie sie Uraltvordereinstellungen äußern, ohne mit der Wimper zu zucken. Wie sie freundlich Körbe erteilen und dann ohne Hohn in der Stimme sagen: "Wir sehen uns!". Wie sie schlechte Scherze machen und über die schlechten Scherze der anderen lachen. Da sagt der erwachsene Sohn, es freue ihn, sie auch kennenzulernen. Sie steht ihm erstmals gegenüber und ist die ehemalige Geliebte seines Vaters.
Wieso schau ich so einen Scheiß? Einmal hatte ich die Entschuldigung, mit jemandem gemeinsam zu schauen und abzulästern. Aber heute ist es nur Faulheit und Unwille ins Bett zu gehen, obwohl ich morgen wieder am liebsten in den Arbeitstag hinein schlafen würde. Bäääääh! Andererseits ist morgen Nachmittag vielleicht ein netter Nachmittag.
Das Leben geht weiter.
Guildenstern - 12. Nov, 21:35
Wieder mal etwas, das gleichzeitig blöd und sehr schön ist. Na ja, genau genommen, ist ein Aspekt dieser Sache schön, und ein ganz anderer ist sehr doof, aber weil ich nicht nur einen nehmen kann... Ich hab wegen einer Terminänderung etwas bekommen, was ich nicht zu hoffen gewagt hatte, nämlich eine Massage bei ihrem Kollegen. "Ja, dann schau ich einmal, ob bei Tom noch was frei wäre." Äh, äh, äh, ja, äh. Diese Hände, die dich berühren und dich augenblicklich zu Butter werden lassen. Diese Hände, unter denen du nur noch Wohlgefühl spürst. Diese Hände, die effektiv und doch so sanft sind.
Und schon während des Schreibens vergesse ich wieder den negativen Aspekt: die neue Terminkollision. Ach, Herrje! Muss ich nun Repressalien fürchten? Muss ich anderorts nachlässig erscheinen? Ich nehm's in Kauf.
* Name v. d. Red. ... alles klar?
Guildenstern - 11. Nov, 22:03