Montag, 6. Oktober 2008

Zwei Seelen

Ach, warum nur ist es so schön, wenn man ein solches Kompliment bekommt? Er sagt es, und es bedeutet was, obwohl er kein bestimmtes Interesse verfolgt. Nein, es bedeutet was, gerade weil er kein bestimmtes Interesse verfolgt. Interessant ist, dass ich trotzdem Misstrauen hege, mir denke, das ist doch ein Mann, das kann nicht rundherum stimmig sein. Systemimmanent. Andererseits glaub ich wirklich schon an das Wirken einer Kraft, die uns (zumindest jetzt) Seite an Seite gestellt hat. Ein heterosexueller Mann, den ich im Grunde bloß oberflächlich kenne, den ich kennenlernen kann, von dem ich viel über meine eigenen Einstellungen, Vorurteile und Vorverurteilungen lernen kann. Er hat aus einem mir noch nicht gänzlich klaren Grund Interesse daran, sich mit mir auszutauschen, und das nicht bloß, weil er dann alle paar Wochen dann unser gemeinsames Hobby mit mir ausüben kann, denn da würde er ja bloß alle paar Wochen was von sich hören lassen. Kann es sein, dass er mich einfach als Mensch interessant findet? Und mich dann obendrein noch hübsch findet? Ein Kompliment anzunehmen, wenn es daherkommt, ist auch nicht immer leicht.

Sonntag, 5. Oktober 2008

ÖBB-adventures

Sonntag Nachmittag, ein kurzer Zug. Hallo??? Ein kurzer Zug? Gut, kann man ja nicht vorhersehen, dass da ein paar vom Wochenende zurückfahren, noch dazu auf einer IC-Route. Das wär ja noch zu ertragen gewesen. Der erste Großraumwagen, in den ich trete, riecht wie eine Jungenturngarderobe und ist so feucht wie ein Schwimmbad. Hallo? Ich mein, hallo??? Ist da nicht so was wie ein Thermostat, mit dem man das alles etwas besser regulieren könnte? Ich will nix wie schnellstens durch, wenn's sein muss, auch in ein kleines Abteil. Aber nix da. Es staut. Zwei Leute hinter mir eine Telefonunterhaltung: "Ja, ich bin eh im Zug, ich bin einen Wagen hinter dir. Aber ich bin im Zug im Stau. Es geht nichts weiter." Und was ist der Grund? Schwer auszumachen in dem Durcheinander fröhlicher Frauengesichter. Aha, es tut sich mir eine Erkenntnis auf. Die hatten Plätze reserviert und müssen nun die Plätzebreitsitzer vertreiben. Die Zeit, die es dauert, bis alle sich entschieden haben, wer wann wen vorbeilässt und wo seine Tasche verstaut, ist jedoch gigantisch. Ob die realisieren, dass es außer ihnen noch jemanden gibt? Ein Herr fragt mich: "Gehören Sie auch da dazu?" Ich verneine vehement. (Nichts gegen Gruppen von gemeinsam verreisenden Frauen, bin ja auch oft so eine, aber die Umständlichkeit ist schon leicht ärgerlich.) Ich wollte da nur schnell durch. "Sie können aber meinen Platz haben, ich steig in ... aus." Ach, ja, genau, wir sind ja gleich in der nächsten Stadt. Sind schon fast eine Viertelstunde unterwegs. Dass ich mich dann im Feuchtbiotop niederlasse, ist auf Resignation zurückzuführen. Dass ich die lautstarken Terminvereinbarungen der Reisetruppe aushalte, ist nur auf meine gute Lektüre zurückzuführen. Soll ich heute noch bei Vince & Joy weiterlesen? Hmm, 200 Seiten werden sich heute aber nicht mehr ausgehen. Darn. :o)

Donnerstag, 2. Oktober 2008

My middle name is idiocy

Da lag ich am Behandlungstisch und hatte von der ersten Berührung an das Gefühl, dass da ein anderer Typ Mensch zu Werke war als meine Physiotherapeutin. Er schien sensibler und ganzheitlicher. Er traf von Anfang an ununterbrochen die richtigen Punkte. Der Fluß meiner Glückshormone wollte überhaupt nicht aufhören.

Da kam mir die Erkenntnis: Ach, was bin ich doch für ein Trottel! Nur weil ich jämmerlich erfolg- und ergebnislos auf den Mann meiner momentanen Hoffnung wartete, verpasste ich einen Termin bei Mr. Tenderhand. Welche Idiotie! Ich bringe mich eines unerreichbaren Mannes wegen um die schönsten Seiten des Lebens! Welche Idiotie!!! Und doch zieht es mich magisch in seine Nähe. Welche Idiotie!!!!

P.S.: Warum genau hat mir das Leben nach der erfolgreichen Überwindung seines Lächelns einen Riesenbatzen Hoffnungsanlass gegeben? Wie war das?
P.P.S.: Trotz rein gesundheitlicher Natur der Berührungen wurde mir klar, dass ich von jemandem angefasst werden und mit jemandem Arm in Arm sein will.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Ohne Worte - diesmal nicht sarkastisch

"Männer, die auf ein Podest gestellt werden müssen, sind meist furchtbar anstrengend, und die anderen brauchen das nicht."

B., seines Zeichens Cousin von C.

Ach, du mein Radio!

Nicht immer ist Radio so schön, wie es die Wise Guys besingen. Manchmal dringt auch etwas wie das an die kaum munteren Ohren um halb sieben Uhr morgens: "Ja, wer hätte das gedacht, damals, dass dieses Jahrzehnt, die Achzger, mal ein Kultjahrzehnt würden!"

Selten so gebrüllt. Wer hat sie denn bitteschön zu ebendiesem erhoben? Ward das nicht ihr selbst, liebe Radiomacher?

Dienstag, 30. September 2008

in your veins

"Love Somebody" (Robbie Williams)

Klingt nach romantischem Lied, ist aber zutiefst niederschmetternd und aufbauend zugleich, geht durch die Venen, lässt einen nicht mehr los. Hat mich den ganzen Tag über mit seinem Hang zur Depression geprägt. Nach der eigenartigen Nichtbegegnung ließ es mich dann gar nicht mehr los. Song played in a circle that never skips a beat.

Montag, 29. September 2008

High fidelity

"She's Always a Woman" (Billy Joel)

Sonntag, 28. September 2008

Listen to your heart

In persönlicher Sache habe ich wieder mal gegen jede Vernunft, gegen Ratschläge und gegen das Offensichtliche gehandelt, weil ich eine nicht ganz unglaubwürdige Instanz hatte, die zu mir sprach: Mein Bauch sagte: Tu es! Schreib ihm! Sei einfach offen und ehrlich!

Ich werde das Ergebnis kriegen. Als Nachricht oder als Nichts. Ich werde es sehen.

Habe einen netten Spruch gelesen - so oder so ähnlich: If it's your time, love will track you down like a cruise missile.

depressing, v depressing

So this is the end? Do people not see they're turning us right back to the days of that "gentleman" with the eerie tiny moustache? Except this time it's the eyes that pierce. Do they not see that protesting against some existing bad cannot mean resorting to an existing worse and yet to come worst?

The world needs to change, my country needs to change!

Donnerstag, 25. September 2008

losing a limb

The greatest waste on earth, in the world, in my life anyway: Thinking about a man. Nothing is relevant other than vibes you get. And even if you get vibes, don't rely on them, you might be fabricating them. Only rely on a package of vibes, calls, time spent together and touches. I know that everyone is different, that every relationship was different. I also know, however, that finding excuses is bollocks and such a waste of time, because in the end it is true: He's just not that into you if... add whatever you please.

At the end of the story, there's no explanation, there's only an end, which is the plainest and clearest explanation in a man's mind anyway. In my mind there are some question marks dangling after a text message and the resolution not to waste time or thoughts or anything at all, for that matter. Resolutions are bound to fail, yet this one simply has to work.

While it starts working, while I get back into the habit of considering myself very single and my future very probably single as well, I know that one saying is just a soothing medicine that doesn't really take away all the pain or any of its causes. You may believe in it, you may not, but believing is hard sometimes: Don't be sad that you lost him, be glad that you had him.

Yes. Aha. I'm waiting for my own sake, for my own good, for that to kick in...

Ab jetzt Hauptrolle!!

Guildenstern hat die Seite gewechselt.

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