Des Bären Kern
Auf einmal war es kalt. Und als hätte ich eine Brille abgesetzt, konnte ich plötzlich nur noch Mülltonnen, finstere Mienen, stinkende Lachen und verschmierte Toilettentüren sehen. Das freundlich aufmunternde Dankeschönlächeln an der Straßenbahntür, das zwischen der älteren Dame und mir hin und her ging, war beinahe ein Versehen. Oder ist da doch noch immer das Feuer in mir, das für das Richtige brennt?
Hat jemals ein Ort für sich alleine gelebt? Hat er gelebt, bevor man ihm einen Namen gab? Was ist die Seele der Welt? Sind es nicht Geschichten? Losing Battles?
Finde ich jemals Fragen zu den Antworten, die ich habe? Was mache ich mit den hunderttausend Fragen, die mich wie Schmeißfliegen umsurren? Ist es weiser, jemandem etwas zu erklären oder ihn etwas fühlen zu lassen, wodurch er es selbst erkennt? Zusatzfrage: und wenn das Fühlen ungefähr so angenehm ist wie ein Sturz aus dem dritten Stock auf Betonboden?
Wann ist man frei? Muss man dazu erst durch den Schmerz und die fünf Phasen? Das Perfideste - nein, nicht dass du dich wiedererkennst - ist überhaupt, dass ich dich gerne anschreien möchte. Dies irae. Und dass es wohl gerade das ist, was dir lieber ist als ein trauriger Blick. Zorn kann man mit Gegenzorn begegnen, vor Wut kann man sich abschirmen. Trauer sagt einem: Du hast verletzt, du trägst Schuld in dir. Kämpfen ist leichter als um Verzeihung Bitten.
Erkennt man irgendwann den Irrsinn der Gegenwart, wenn sie alte Vergangenheit ist? Gewinnt die Welle nicht mit jedem Mal, dass sie sich zurückzieht, an Macht, und schnalzt sie nicht immer unglücksbringender auf einen nieder? Wie eine Schneckenwindung bewegt man sich vom Mittelpunkt fort. Die Umkreisungen werden länger, man rappelt sich immer mühseliger zusammen, und dann gerät man doch immer weiter weg.
Egal ist es, ob in der Vergangenheit eine Chance gelebt hat. In der Gegenwart ist sie tot, wenn du es nicht auf dich nimmst und schaffst, das Samenkorn der Hoffnung neu zu gießen. Was du nicht wirst. Ich sitze auf dem kürzeren Ast und fühle nur: Hah, wieder einmal ein Irrtum der Natur, schrecklicher als jeder zuvor. Die Natur mag Rekorde.
Auf einmal sehe ich den Film, der hinter den Worten "...meine Exfreundin..." abläuft. Es wird kalt. Ich werde müde.
Hat jemals ein Ort für sich alleine gelebt? Hat er gelebt, bevor man ihm einen Namen gab? Was ist die Seele der Welt? Sind es nicht Geschichten? Losing Battles?
Finde ich jemals Fragen zu den Antworten, die ich habe? Was mache ich mit den hunderttausend Fragen, die mich wie Schmeißfliegen umsurren? Ist es weiser, jemandem etwas zu erklären oder ihn etwas fühlen zu lassen, wodurch er es selbst erkennt? Zusatzfrage: und wenn das Fühlen ungefähr so angenehm ist wie ein Sturz aus dem dritten Stock auf Betonboden?
Wann ist man frei? Muss man dazu erst durch den Schmerz und die fünf Phasen? Das Perfideste - nein, nicht dass du dich wiedererkennst - ist überhaupt, dass ich dich gerne anschreien möchte. Dies irae. Und dass es wohl gerade das ist, was dir lieber ist als ein trauriger Blick. Zorn kann man mit Gegenzorn begegnen, vor Wut kann man sich abschirmen. Trauer sagt einem: Du hast verletzt, du trägst Schuld in dir. Kämpfen ist leichter als um Verzeihung Bitten.
Erkennt man irgendwann den Irrsinn der Gegenwart, wenn sie alte Vergangenheit ist? Gewinnt die Welle nicht mit jedem Mal, dass sie sich zurückzieht, an Macht, und schnalzt sie nicht immer unglücksbringender auf einen nieder? Wie eine Schneckenwindung bewegt man sich vom Mittelpunkt fort. Die Umkreisungen werden länger, man rappelt sich immer mühseliger zusammen, und dann gerät man doch immer weiter weg.
Egal ist es, ob in der Vergangenheit eine Chance gelebt hat. In der Gegenwart ist sie tot, wenn du es nicht auf dich nimmst und schaffst, das Samenkorn der Hoffnung neu zu gießen. Was du nicht wirst. Ich sitze auf dem kürzeren Ast und fühle nur: Hah, wieder einmal ein Irrtum der Natur, schrecklicher als jeder zuvor. Die Natur mag Rekorde.
Auf einmal sehe ich den Film, der hinter den Worten "...meine Exfreundin..." abläuft. Es wird kalt. Ich werde müde.
Guildenstern - 20. Okt, 00:57
